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27. und 28. September 1997 veranstaltete die Landesgruppe Nordbayern des
Deutschen Windhundzucht- und Rennverbandes und der Windhund-Rennverein
Nürnberg eine CAC-Schau im Schloßgarten Fürst zu Castell-Castell.
Ununterbrochener Sonnenschein, das außergewöhliche Ambiente
des Schloßgartens und eine bodenständige Gastronomie, welche
durch die Weine und den Sekt des fürstlichen Weingutes veredelt wurde,
gaben diesem Treffen der Windhundfreunde ein besonderes Flair. Anläßlich
dieser Veranstaltung mit mehr als 500 gemeldeten Windhunden aller Rassen
wurde auch ein Coursing gezogen, welches vom Vorsitzenden der Rennkommission
genehmigt war, so daß es sich um ein offizielles Jagdcoursing des
DWZRV handelte. Die Meldezahl für dieses Coursing war von vornherein
auf 100 beschränkt.
Die Erfüllung der Kriterien für einen erfolgreich Teilnahme an einem Jagdcoursing wird während 2 Läufen an folgenden Verhaltensmustern gemessen: Die Verfolgungsschärfe, das Reaktionsvermögen, die Gemeinschaftsarbeit und der „Kill". Die Hunde müssen mit roter oder weißer Renndecke bzw. Halskrause und Maulkorb laufen. Die Bewertung wird durch drei Feldrichter vorgenommen, welche bei jedem Lauf ihre Punkte unter folgenden Gesichtspunkten vergeben:
- Wie verhält sich der Hund nach dem Liegenbleiben des Hasen, erfolgt der „Biß" oder läßt er das Fell unbeobachtet liegen, stürzen sich beide Hunde auf das Fell, wartet der 2. Hund, bis der erste das Fell freigibt, rauft ein Hund während des Laufes und läßt sein Interesse nach. Bei der Durchsicht der Teilnehmerliste dieser Veranstaltung waren einige Besucher recht verwundert. Was sollte die Bezeichnung BAS bei der Rassebezeichnung heißen, normalerweise wird Barsoi mit B abgekürzt? Das Rätsel wurde bei weiterer Betrachtung der Startliste gelöst. Es waren 4 Basenjis gemeldet! Unter Startnummer 68, 69, 70 und 71 waren Akuaba’s Rose Parade d’Akili, Kisa Tarragon, Amina na yanga ti Zaire und Cibura ti-n Abou Teka eingetragen. Leider fielen Rose und Abu aus, so daß nur zwei Basenjis nach bis dahin 34 Läufen am Start waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die durchschnittliche Punktzahl bei 41, maximal hatten die Feldrichter und der Master 48 Punkte vergeben. Mit leicht erhöhter Herzfrequenz und den künstlichen Hasen bereits fest im Auge gingen Amina unter roter und Cibura unter weißer Renndecke an den Start. Sofort nahmen sie die Verfolgung des Hasen auf. Bei jedem Richtungswechsel reagierten sie prompt, kürzten dann nach Möglichkeit ab und folgten auf gerader Strecke dem künstlichen Hasen, als wären sie selbst an der Schnur angebunden. Am Ziel angekommen, verbissen sich beide sofort in den Hasen, der trotz der Maulkörbe, welche die Hunde trugen, etwas Fell lassen mußte. Die Feldrichter vergaben für diesen Lauf an Amina jeweils 14 Punkte, der Master vergab 6 Punkte, so daß Amina 48 Punkte erreichte. Cibura erhielt die gleiche Punktzahl durch die Feldrichter, der Master bedachte sie mit 5 Punkten, was zu einer Punktzahl von 47 führte. Die Bewertung durch die Richter erfolgte nach den selben Gesichtspunkten wie bei den Windhunden. Sie werteten sehr gerecht, was an der vollkommen gleichmäßigen Vergabe der Punkte zu erkennen war - eine faire Leistung dieser Funktionäre. Auch die Zuschauer waren teilweise sehr begeistert und einige suchten das Gespräch, um etwas über unsere Basenjis zu erfahren. Im zweiten Lauf erzielte Amina wieder 48 Punkte, während Cibura diesmal mit 46 Punkten für ihre Jagdleidenschaft belohnt wurde. Am Ende konnte Amina die gleiche Punktzahl aufweisen wie der beste Windhund des Coursings, ein Barsoi. Beide Basenjis wurden mit einem Pokal „belohnt" und einer drei Feldrichter ließ es sich nicht nehmen, seine Anerkennung nach dem Rennen persönlich bei den Besitzern zum Ausdruck zu bringen, da er diese Hunde niemals vorher beim Laufen gesehen hatte und ihre Hasenschärfe und ihr „eher orientalischer Laufstil", wie er es ausdrückte, ihn sehr beeindruckt hatte. Die Hunde hatten wieder einmal richtig Spaß an der Hetzjagd und die Züchter von Amina freuten sich nicht nur über die hohe erreichte Punktzahl. Für sie war dies auch wieder eine Bestätigung, ihrem Zuchtziel - eine funktionale Steigerung sowie eine Beibehaltung des ursprünglichen Triebverhaltens bei einem ausgeglichenen Wesen -, durch die gewählte Verpaarung näher gekommen zu sein. Bedauerlicherweise konnte Kira, die immer etwas schnellere tricolorfarbige Trainingspartnerin von Amina und Cibura, an diesem Tag nicht dabei sein, da sie läufig geworden war. Die Kombination Kira und Amina wäre sicher noch interessanter geworden, aber vielleicht haben die beiden in der nächsten Rennsaison wieder eine Gelegenheit, vor einem fachkundigen Publikum ihre Freude an diesem rasanten Hundesport zu zeigen. |