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Es ist fast unmöglich für den Besitzer eines Basenjis, einen Spaziergang mit seinem Hund zu machen, ohne daß er irritiert von Passanten auf seinen vierbeinigen Begleiter angesprochen wird. In einem Ratgeber wurde diesbezüglich erwähnt, daß der Basenji nicht geeignet sei für Leute, die nicht auffallen möchten: der faszinierende, grazil - elegante Hund mit seinem rot-weiß, schwarz-weiß oder tricolor gefärbten kurzhaarigen Fell, seinem zierlichen Körper mit hohen Läufen und dem markanten, halb auf dem Oberschenkel geringelten Schwanz erregt nun einmal Aufmerksamkeit. Manchmal auch sein Besitzer, der häufig von seinem nur 40 cm hohen, keuchenden Begleiter in abenteuerlicher Schräglage durch die Straßen gezogen wird. Obwohl diese (Ur-)Hunde bereits seit Tausenden von Jahren existieren, sind sie, zumindest in Europa, noch weitgehend unbekannt. Als offizielle „Rasse" existiert der Basenji erst seit etwa 60 Jahren.
Der Basenji - ein Geschenk aus Afrika Basenjis zählen zu den ältesten Hunden der Welt. Der Name Basenji bedeutet ungefähr: „kleines wildes Ding aus dem Busch", was sich in der Lautsprache der Pygmäen wie „Basenschi" anhört. Dies weist schon auf das Herkunftsgebiet in Zentralafrika hin, daß sich im Kern vom Kongobecken bis in den Süden des Sudan erstreckt. Dort leben Basenjis bereits seit vielen tausend Jahren vergesellschaftet mit den Eingeborenen, zum Beispiel dem Zwergvolk der Pygmäen. Die Hunde leben normalerweise als unabhängiges Rudel neben dem Dorf und ernähren sich in der Regel (abhängig von der Stammeskultur) selbst. Auch die Fortpflanzung erfolgte seit Jahrtausenden ohne besondere Kontrolle des Menschen. Die Hunderasse ist somit sehr ursprünglich geblieben. Basenjis
werden zu den Schensi-Hunden gezählt. Als Schensi-Hunde bezeichnet
man Hunde, die noch nicht domestiziert wurden, also wild geblieben sind.
Weitere Mitglieder der Familie der Schensi-Hunde sind der bekanntere
australische Dingo und der Canaan Dog. Die Ursprünglichkeit wird
beim Basenji zum einen dadurch deutlich, daß er, wie der Wolf,
nur einmal im Jahr (dann aber über einen Zeitraum von etwa 30 Tagen)
läufig wird. Zum anderen können Basenjis - bedingt durch ihren
sehr flachen Kehlkopf - nicht bellen. Das Bellen ist eine durch den
Menschen dem Hund angezüchtete Eigenschaft. Der Wolf, als Vorläufer
des Hundes, sowie die ursprünglichen Hunderassen besitzen nicht
diese Fähigkeit. Obwohl der Basenji weitgehend unabhängig
vom zugehörigen Eingeborenenstamm lebt, ist er diesem doch von
unschätzbarem Nutzen. In einem Gebiet, wo tierisches Eiweiß
Mangelware ist, dient der Basenji noch heute als Jagdhund. Dabei spürt
er Beutetiere auf und treibt sie in von den Jägern aufgespannten
Netze. Damit die Jäger jederzeit den augenblicklichen Aufenthalt
des Hundes nachvollziehen können, wird ihm bei der Jagd eine Art
Schelle aus ausgehöhlten Nüssen mit innen angebrachten Knöchelchen
um den Hals gebunden.
Der Ursprung dieser Rasse liegt im Dunkeln. Erste Zeichnungen des Basenjityps wurden in den Gräbern der großen Pyramide von Khufu (Cheops), erbaut ungefähr 2700 v. Chr. in der IV. Dynastie, gefunden. Sie zeigen kleine Hunde, die neben den Füßen ihres Besitzers oder unter den Stühlen sitzen. In anderen Grabausstattungen reicher Ägypter und Pharaonen fanden sich Statuen und Abbildungen dieses Hundes, der wegen seines äußerst katzenartigen Wesens (er bewegt sich lautlos, ist frei von Hundegeruch und putzt sich wie eine Katze) von diesem alten Kulturvolk sehr geschätzt wurde. Vermutlich gelangten die ersten Basenjis als Gastgeschenke von Pygmäen an die Pharaonen nach Ägypten. Mit dem Niedergang der altägyptischen Kulturen verschwand auch das Wissen um den Basenji. Eine andere Vermutung ist, daß die Basenjis als Kriegsbeute nach Zentralafrika gelangten. Ägypten hat einen Krieg gegen den Sudan verloren und der Sieger requirierte die für die Menschen der damaligen Zeit wertvollsten Dinge, nämlich Edelmetalle, Frauen und Hunde. Erst wieder um 1870 wurde eine Hunderasse von kleinem Wuchs, langen Beinen, einem geringelten Schwanz und einem kurzen, seidigen Fell - kurz, der Basenji - von Afrikaforschern wiederentdeckt. Einer der ersten Afrikaforscher, der auch das Zwergenvolk der Pygmäen mit seinen eigenartigen Hunden beschrieb, war Dr. Schweinfurth. Fasziniert beschloß er nach Abschluß einer seiner Studien, eine ihm besonders intelligent erscheinende Hündin mit nach Europa zu nehmen. Dem Freiheitsdrang des Basenjis folgend kam diese jedoch auf der Rückreise nach Europa in Alexandria bei dem Sprung aus einem Fenster im zweiten Stock eines Hotels zu Tode. 1894 erschien schließlich der erste Bericht über Basenjis (noch nicht als Rasse vorgestellt) in Europa. Die erste große Züchterin von Basenjis wurde Mrs. Olivia
Burn, die von Pygmäen im Kongobecken wiederholt Hunde erwarb. Nach
einigen Fehlschlägen (die Hunde verstarben an Staupe) konnte sie
ihre Zucht etablieren. 1937 rief sie mit der Ausstellung ihres ersten
Wurfes auf der Crufts eine Sensation hervor. Richter und Züchter
wurden von der Menge förmlich belagert und mit Fragen bestürmt.
In den „Fünfziger Jahren" gelang es einer weiteren berühmten
Basenji-Züchterin, Veronica Tudor-Williams, weitere Basenjis aus
Afrika zur Auffrischung der europäischen Bestände zu erwerben.
Den Hund „Fula of the Congo" entdeckte sie selbst auf einer Expedition,
über die sie später ein Buch schrieb, im Süd-Sudan, an
der Grenze zu Zaire. Warum ist diese uralte Rasse bei uns so unbekannt geblieben? Ein Basenji ist nicht unbedingt für jeden Hundeliebhaber geeignet!
Zwar ist er hochintelligent und sozial veranlagt, sehr anhänglich
und extrem reinlich. Zudem bellt er nicht, was jedoch nicht heißt,
daß diese Hunde stumm sind. Sie äußern ihre Freude
über ein Wiedersehen gern durch ein abgesetztes freudiges Heulen,
daß an ein Jodeln erinnert. Ihren Unwillen können sie durch
ein sehr beeindruckendes Knurren wiedergeben und besitzen eine vielfältige
Art der Artikulation im Umgang mit Rudelmitgliedern. Die Eingeborenen
bezeichnen sie oft als „sprechende Hunde". Wen jedoch die „Unarten" dieser Rasse nicht stören, der findet in einem Basenji einen liebevollen, anhänglichen, intelligenten und jederzeit zu einem Spaß aufgelegten Kameraden.
Literatur zum Basenji In die frühe Literatur gingen die Basenjis unter Namen wie Congo Terrier, Bongo, Nyam-Nyam und Zande Dogs ein. Da der Basenji im deutschsprachigen Raum sehr selten ist, sind Bücher über ihn zum jetzigen Zeitpunkt nur in englischer Sprache erhältlich. Exemplarisch ist auf zwei umfangreiche Bücher hinzuweisen: Esprt Ford, „The complete Basenji", Ein sehr umfassender Bericht über den Basenji in deutscher Sprache
liegt in dem zweibändigen Nachschlagewerk über Hunde vor:
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