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Wie finde ich den richtigen Züchter?

 

Ihr Wunsch, einen Hund zu besitzen, steht fest, d.h. Sie haben sich folgende Fragen gestellt und beantwortet:

  Rüde oder Hündin
Welpe, Junghund oder älteres Tier
Rassehund oder Mischling
Wach- oder Arbeitshund, Schoß- oder Begleithund, Luxushund oder Familienhund

Die räumlichen Bedürfnisse von Mensch und Tier sind abgeklärt und über die Kosten (Anschaffung, Unterhalt, Tierarzt, Steuern, Versicherung) herrscht Klarheit. Im Falle von Urlaub, Erkrankungen oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen sind Lösungen parat. Und - ihr persönliches Umfeld ist nicht nur damit einverstanden, sondern genauso „wild“ entschlossen wie Sie.

Sie sind sich sicher und wissen:

 

Es soll ein Rassehund von einem Züchter sein, oder Sie haben sich sogar für einen Basenji entschieden.

Erste Informationsstellen können sein

Der jeweilige nationale Dachverband

  in Deutschland der VDH in Dortmund,
in Österreich der Österr. Kynologenverband in Wien,
in der Schweiz die Societè Cynologique Suisse in Bern.
Dort erhält man in der Regel die Vereinsanschriften der jeweiligen Rassehundvereine.

Die entsprechenden Rassehundvereine
  Dort gibt es in der Regel Listen mit Züchteranschriften.

Fachzeitschriften
  In fast allen Tier- oder Hundezeitschriften finden Sie Anzeigen von Züchtern.

Der Rassehundverein

Die meisten Vereine versenden an Interessenten außer Züchterlisten auch rassespezifische Informationen bzw. Merkblätter. Anhand dieser Unterlagen können Sie für sich noch einmal überprüfen, ob die gewählte Rasse auch wirklich Ihren Erwartungen entspricht oder besser: ob Sie diesem Rassehund auch seine Bedürfnisse erfüllen können. Denken Sie aber bitte auch daran, daß die Mitglieder dieser Rassehunde-Zuchtvereine "ihre" Rasse schätzen und lieben und somit die von den Vereinen erstellten Unterlagen in der Regel die Hunde naturgemäß fast ausnahmslos beschreiben. Lesen Sie bitte auch zwischen den Zeilen!

Worauf ist bei den Züchterlisten der Vereine zu achten, um nicht unliebsam überrascht zu werden?

Erkundigen Sie sich zunächst nach der Aktualität der Züchterliste. Veraltete Listen kosten Zeit und verursachen unnötige (Telefon)Kosten.

Fragen Sie die Auskunftsperson des Vereins, in der Regel die Welpenvermittlungsstelle oder Geschäftsstelle, ob Sie selber züchtet. Wenn ja, kann es vorkommen, daß Sie keine objektive Antwort bekommen, da vielleicht die entsprechende Person selber eine Wurf hat oder plant und Sie als Käufer für sich gewinnen möchte. Sie sollten aber auf eine neutrale Information Wert legen.

Erkundigen Sie sich, ob die angegebenen Züchter wirklich „Züchter“ sind. Oftmals kann es vorkommen, daß Personen aufgeführt sind, die zwar einen Zwinger angemeldet haben, aber selber noch nie Welpen aufgezogen haben. Jeder Züchter fängt irgendwann einmal an. Neuzüchter gleichen oft die Routine der „alten Hasen“ mit besonderer Sorgfalt und Vorsicht aus und können auch einen aktuelleren Wissenstand um züchterische Belange haben. Fragen Sie, wie lange der Zwinger bereits existiert. Besteht ein Zwinger erst seit kurzer Zeit und hat bereits viele Würfe zu verzeichnen, fragen Sie nach der Zahl der Zuchthündinnen. Besteht ein Zwinger seit geraumer Zeit und hat bislang keine Welpen, hinterfragen Sie die Gründe.

Absolute Neutralität der auskunftgebenden Stellen kann ein Zeichen von Seriosität sein.


Der Züchter

Die Anschaffung eines Hundes bedeutet eine Veränderung Ihres persönlichen Lebens auf viele Jahre hinaus. Seien Sie deshalb sehr sorgfältig bei der Auswahl Ihres „Züchters“.

Wer darf sich Züchter nennen und wie wird man Züchter?


Wenn wir jetzt von einem Züchter sprechen, so soll dies ein Züchter sein, welcher nach der Zuchtordnung eines dem F.C.I. (Internationaler Dachverband der Rassehundezuchtvereine) angeschlossenen Rassehundezuchtverein züchtet. Er muß deswegen nicht zwangsläufig Mitglied in einem solchen Verein sein. Züchter in diesem Sinne sind demnach nicht solche Leute, welche Welpen aus dem Ausland, insbesondere Osteuropa, aufkaufen oder weitervermitteln. Von dem Begriff des Züchters sollen auch die ausgeschlossen sein, welche zwar Hunde selbst vermehren, aber diese Hunde ohne die Aufsicht und Kontrolle eines Zuchtwartes aufziehen und die Hunde anschließend ohne Ahnentafeln verkaufen.

Züchter ist demnach jeder, der einen angemeldeten Hundezwinger besitzt. Gegen Bezahlung einer Gebühr erwirbt man das Recht, unter einem selbstgewählten Namen Hunde jeder Rasse züchten zu dürfen. Dieser Name wird, wenn man ihn z.B. bei der F.C.I. beantragt, weltweit in allen der F.C.I. angehörigen Mitgliedsländer geschützt.

Der Besitz von Hunden ist nicht erforderlich.

Als Züchter hat man das Recht, z.B. eine gedeckte Hündin zu kaufen, welche dann im Namen und (meist) am Wohnort des Züchters die Welpen zur Welt bringt und aufzieht. Sicherlich nicht die Regel, aber auch in „kleinen“ Rassehund-Vereinen findet man Züchter, die z. Zt. keinen Hund besitzen oder noch nie einen besessen haben. Lassen Sie sich in einem solchen Fall die Gründe für ein solches Vorgehen ausführlich erklären.


Welche Arten von Züchtern gibt es?

Es gibt Berufszüchter (die meisten geben es nicht zu und üben auch oftmals noch einen Beruf nebenbei aus) und Hobbyzüchter.


Der Berufszüchter

Er hält meist Hunde mehrerer Rassen oder viele Hunde einer Rasse. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es kaum Berufszüchter, welche ihren Lebensunterhalt durch Hundezucht finanzieren können. Wenn überhaupt kann es sich bei einem Verdienst nur um ein Zubrot handeln. Wichtig ist, daß der Züchter einem von der F.C.I. (eine der wichtigsten kynologischen Weltorganisation, der zahlreiche nationale Dachverbände angehören) anerkannten Verband angehört. Nur so ist ein Minimum an Kontrolle sichergestellt. Kein Züchter kann sich ohne Qualitätseinbußen mit einer Vielzahl von Hunden oder mehreren Rassen intensiv beschäftigen. Zwar gibt es auch bei Züchtern anerkannter Verbände Schwarze Schafe, jedoch sind sie in der Minderzahl.


Der Hobbyzüchter

Auch er muß einem der F.C.I. zugehörigen nationalen Verband angehören, um anerkannte Papiere zu bekommen. Hobbyzüchter sind in der Regel genauso kompetent wie Berufszüchter, bringen jedoch meist erheblich mehr Zeit und Liebe für die Tiere auf. Sie können aber aufgrund ihrer sonstigen beruflichen Aktivitäten nicht sehr viele Hunde halten und auch nicht so oft Würfe haben.


Für beide Züchtergruppen gilt:
  Schauen Sie sich immer die Zuchtstätten vor einer Kaufentscheidung an (Zwinger oder Wohnung).

Begutachten Sie ohne Zeitdruck vorher die Tiere (Mutterhündin, Welpen, andere Hunde).

Vorsicht ist angebracht, wenn die Welpen scheu gegenüber Menschen sind anstatt neugierig und zutraulich. Dies kann auf ungenügende Prägung hinweisen und kann in der neuen Familie, wenn dort z.B. Kinder leben, erhebliche Probleme bereiten.
Manche Hündinnen akzeptieren keine Fremden bei ihren Welpen. Dies ist nicht negativ zu bewerten. Auf keinen Fall jedoch darf sich die Hündin ängstlich oder abweisend gegenüber dem Züchter zeigen.

Beobachten Sie, wie der Züchter mit seinen Tieren umgeht. Die schönste und sauberste Zwingeranlage ist nicht soviel wert wie eine gute Beziehung zwischen den Hunden und dem Züchter sowie eine liebevolle Aufzucht und Prägung der Welpen.
Fragen Sie nach Krankheiten, physischen und/oder psychischen Defekten oder Schwächen nicht nur der Elterntiere, sondern besonders auch der Großeltern. Der Basenji im Gegensatz zu vielen anderen Rassen muß ein vollständiges Gebiß haben. Antwortet ein Züchter ausweichend, hält er dies nicht für wichtig oder interessieren ihn z.B. die Großelterntiere nicht, ist Vorsicht geboten. Hier kann man oft erkennen, ob man einen „echten“ engagierten Züchter vor sich hat oder nur einen „Hundevermehrer“.

Fragen Sie, ob der Züchter einen schriftlichen Kaufvertrag mit Ihnen abschließt und lassen Sie sich diesen ggf. vorher aushändigen. Seriöse Züchter verpflichten im Kaufvertrag nicht nur Sie als Käufer, sondern auch sich selbst, daß z.B. durch eine auch für den Laien verständliche Versicherung, die Hunde mehrfach entwurmt und geimpft sind und das alle Angaben (Elternschaft usw.) im Kaufvertrag wahrheitsgetreu wiedergegeben sind. Weiterhin wird er Ihnen anbieten oder Sie sogar im Vertrag dazu verpflichten, daß der Hund nicht ohne sein Zutun bzw. Einverständnis weitergegeben werden darf.


Einige Anmerkungen zum Schluß:

  1. Fragen Sie nach Referenzen, d.h. nach anderen Hunden des Züchters in ihrer Nähe mit Angabe der Adressen. Sprechen Sie mit diesen Hundebesitzern.
  2. Erkundigen Sie sich nach der Betreuung durch den Züchter. Gewissenhafte Züchter stehen ihren Welpenkäufern ein Leben lang (nicht nur die ersten Wochen) mit Rat und Tat zur Verfügung.
  3. Fragen Sie den Züchter, was im Fall von unvorhersehbaren Ereignissen (Scheidung, Krankheit, Unfall, Tod) mit dem Hund geschieht. Verantwortungsbewußte Züchter regeln dies oft bereits im Kaufvertrag (Rücknahme, Vermittlung etc.)
  4. Lassen Sie sich niemals im Vorfeld z.B. am Telefon unter Entscheidungsdruck setzen. Beliebte Sprüche sind: Ich habe nur noch eine Hündin übrig. Wenn Sie mir nicht innerhalb von 24 Stunden verbindlich zusagen, dann ...usw.
  5. Kaufen Sie niemals aus Mitleid einen Hund. Mitleid ist emotional verständlich, jedoch der schlechteste Ratgeber.
  6. Haben Sie den Züchter Ihres Vertrauens gefunden, so informieren Sie ihn rechtzeitig und ausführlich über Ihre Anforderungen an Temperament, Charakter, Qualität und was Ihnen sonst noch wichtig ist. Der Züchter lebt in den ersten Wochen mit den Welpen zusammen und wird diese beobachten, so oft er dazu Gelegenheit hat. Wenn er Ihre Wünsche kennt, kann er den Hund für Sie aussuchen, der zu Ihnen paßt. Dies wird zwar oft noch ein Kompromiß sein, da er verschiedene Welpen und Welpenkäufer zusammenbringen muß, aber es ist stets sein Wunsch, daß die Welpen sich bei den neuen Besitzern so gut wie möglich integrieren.

Hören Sie auf Ihren gesunden Menschenverstand und lassen Sie sich niemals zu einem Hund überreden, wenn Sie nur die geringsten Zweifel haben. Kein Lebewesen verdient es, bei Nichtgefallen „in die Ecke gestellt zu werden“. Es kann natürlich auch sein, daß Sie sich sofort in einen Welpen verlieben. Das kann oft der Beginn einer langen Freundschaft sein. Wenn der Züchter allerdings Bedenken äußert, weil er der Meinung ist, das Sie und der Welpe nicht zusammenpassen, so sind Sie bitte nicht mit ihm beleidigt, sondern hören Sie sich seine Argumente an und machen sich klar, was dies für Sie bedeuten kann.